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Premiere in Tasdorf: Jan Philipp Schultz siegte mit Quintus im Großen Preis und feierte den ersten Zwei-Sterne-Sieg seiner Laufbahn. © Foto: Lühn

Genau weiß es kein Reiter, aber Ziele sollte man sich immer stecken: Jan-Philipp Schultz hatte eins und hat es erreicht – den Großen Preis von Tasdorf zu gewinnen. Und dieser Erfolg ist durchaus ein Familienprojekt. Quintus S 2, der Holsteiner Wallach von Quintero, stammt aus der Zucht seiner Mutter Ursula und gehört dem Stall Madrigal in Böbs, den sein Vater, der Olympiareiter Kalle Schultz, einst gegründet hat. Jan-Philipp hat den Wallach ausgebildet.
Anstelle hoher Sprünge hat Schultz` Freundin Maike Jallas den Wallach dressurmäßig geritten. “Das macht sie immer mal, damit ich dann gut mit ihm aussehen kann”, verrät der Springreiter augenzwinkernd. Das Konzept gefiel dem Pferd ganz offenkundig auch, denn Quintus S 2 präsentierte sich putzmunter und fand am Ende auch den umgehängten Eichenkranz in der Siegerehrung “ganz lecker”. Das nächste Ziel für Schultz und Quintus S 2 ist dann das Fehmarn-Pferde-Festival.
Sie haben es spannend gemacht, die 34 Teilnehmer im Großen Preis von Tasdorf. Sechs erreichten das Stechen und die haben sich nichts geschenkt. Kai Rüder aus Fehmarn setzte mit Derbypferd Cross Keys alles auf eine Karte und lieferte eine fabelhafte Zeit von 38,64 Sekunden ab – einziges Manko war ein Springfehler, am Ende Platz drei für den Vielseitigkeitsreiter. Tim Markus aus Wasbek ließ es mit dem zehn Jahre alten Calinero etwas gemäßigter angehen und eroberte dank fehlerfreier Runde in 47,68 Sekunden Platz zwei. Für Markus sind die Tasdorfer Turniertage immer ein Comeback, denn der Profi hat mehrere Jahre im Stall Sievers beim Turnierleiter gearbeitet.
Schultz war mit der einzigen weiteren fehlerfreien Runde im Stechen des S**-Springens dann deutlich vorn. Mit dem Sieg hat sich der Springreiter aus Böbs zugleich wertvolle Punkte im Holsteiner Masters Springcup gesichert. Tasdorf war Auftakt der vierteiligen Serie in Schleswig-Holstein. Den Stilpreis gewann der junge Niederländer Bart van der Maat für seine sehenswerten Runden mit dem Holsteiner Hengst Casirano del Rilate. Van der Maat ist Bereiter im Stall von Rolf-Göran Bengtsson in Oelixdorf und wurde Fünfter.
Gut besucht war der Große Preis, ebenso wie die Fohlenpräsentation und die Schaubilder unmittelbar davor. Gleichwohl waren es weniger Besucher als vor zwei Jahren bei den Turniertagen. Für Harm Sievers nicht so überraschend: “Allein in der unmittelbaren Umgebung fanden fünf Veranstaltungen statt, in Neumünster zudem die Holstenköste.” Gleichwohl war der Turnierchef zufrieden mit der Gesamtveranstaltung und den Abläufen: “Ich bin wirklich sehr stolz auf das gesamte Team, alle Abläufe haben super geklappt, das entspannt ungemein. Und ich bin froh, dass wir wirklich guten Sport an allen drei Tagen erlebt haben”.
8 Springprfg.Kl.S m.St.**, „Großer Preis von Tasdorf“, Holsteiner Masters Springcup-2018
1. Jan Philipp Schultz (Ahrensbök) auf Quintus S 2 *0.00 / 40.66
2. Tim Markus (Wasbek) auf Calinero 7 *0.00 / 47.68
3. Kai Rüder (Fehmarn) auf Cross Keys *4.00 / 38.64
4. Oliver Ross (Thedinghausen) auf La sorciere feu *4.00 / 43.25
5. Bart van der Maat (Breitenburg) auf Cassirana del Rilate *4.00 / 43.45
6. Michael Grimm (Enge-Sande) auf Vanea C *4.00 / 57.31
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Siegerin der Weltcup-Kür: Helen Langenhanenberg dominierte mit dem Hannoveraner Damsey in der Dressur. © Stefan Lafrentz

Sie lachte und wirkte ganz entspannt: Helen Langehanenberg aus Billerbeck hat den Grand Prix de Dressage im Preis von Madeleine Winter-Schulze und damit die Qualifikation zur Grand Prix Kür, Preis der VR Bank Neumünster – FEI World Cup Dressage, gewonnen. “Ich war gut drauf, Damsey war gut drauf, der hat sich eindeutig wohl gefühlt und das Publikum war wie immer in Neumünster fantastisch”, unterstrich die Siegerin ihre Eindrücke. Die Mannschafts-Europameisterin ist schwanger, wird für das Finale im FEI World Cup Dressage im April nicht berücksichtigt, “aber im Sommer sind Damsey und ich dann wieder voll da”. Hinter der Siegerin reihte sich die Mannschaftskollegin Dorothee Schneider aus Framersheim ein, die am Samstag Geburtstag feiern kann. Platz drei eroberte der Däne Daniel Bachmann Andresen.
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Das Island-Pony Kompás von Heesberg wurde zum Sieger gekört. © Jörg Lühn

Vom 9. bis 11. Februar 2018 fanden Körung, Hengstschau und Schautag des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein/Hamburg in den Holstenhallen Neumünster statt. Von knapp 100 Hengsten aus 23 Rassegruppen wurden 54 Hengste gekört.
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Unlimited, der Siegerhengst von 2016 und Uriko-Nachkomme (Foto: J. Lühn)

In der Holstenhalle Neumünster wurden die Vererber der Holsteiner Verband Hengsthaltungs-GmbH (Elmshorn) gezeigt. Traditionsgemäß wurde die Präsentation mit dem Freispringen der Junghengste eingeläutet. Es gab ein Wiedersehen mit den jungen Vererbern von der Körung 2017 in Neumünster Crack v. Cornet Obolensky, Forino v. For Pleasure, Lewine v. Livello und United Way v. Uriko. 40 junge und ältere Hengste zeigten sich selbstbewusst und sprungsicher vor rund 3500 Besuchern, die aus ganz Europa zu Gast waren. Highlight war der Auftritt von Jahrhunderthengst Casall, der von Rolf-Göran Bengtsson gezeigt wurde.
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Top Union heizte ordentlich ein. (Foto: Jörg Lühn)

Die richtige Robe, den eleganten Smoking und die richtigen Schuhe sowie eine Menge Kondition – das waren die Zutaten, die rund 5.500 Gäste beim 19. Ball der Pferdefreunde dabeihatten, um in den Holstenhallen bis in die frühen Morgenstunden hinein zu feiern. In fünf Hallen wurden ausgiebig getanzt.
Eröffnet hatten den 19. Ball der Pferdefreunde Kristina Herbst, die Staatssekretärin Schleswig-Holsteins im Ministerium für Inneres, Ländliche Räume und Integration, und Dieter Medow, der Vorsitzende des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein e.V. “Erstens ist sich die Landesregierung durchaus bewusst, dass Schleswig-Holstein das Pferdeland Nummer eins ist und da lassen wir alle anderen Bundesländer auch nicht mitreden. Und das werden wir auch zeigen, unter anderem jetzt aktuell bei der Pferdesteuer, das Gesetzesverfahren ist auf einem guten Weg” unterstrich Kristina Herbst.
Eine Botschaft, die gut ankam bei den Pferdefans und die Dieter Medow nach wie vor erleichtert: “Wir sind froh über die Unterstützung, die wir vom Land und von den politischen Parteien bekommen. Der Pferdesport ist eine Sportart und Sport soll man nicht besteuern. Wir haben mit viel Akribie und viel Arbeit dieses Thema mit den Regierungsparteien aufgenommen. Ich bin sehr froh, dass unsere Argumente gehört wurden und auch überzeugt haben.” Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, das die kommunale Gesetzeshoheit für bestimmte Bereiche von übergeordnetem Interesse beschränken lassen will.
Medow und Herbst hatten zudem die vergnügliche Pflicht, den Spendenscheck über 2.150 Euro, der in jedem Jahr an ein Projekt im Bereich Pferdesport vergeben wird, an die stellvertretende Landesjugendwartin Dörte Kühl zu überreichen. Sie ist verantwortlich für das Projekt “Pony on Tour”. Die Initiative geht mit Ponys dorthin, wo sie Kinder und Jugendliche erreichen kann, an Schulen und Kindergärten. Etliche Kinder haben nicht den selbstverständlichen Kontakt zu Tieren, speziell Ponys und Pferden, einfach weil sich ihr Alltag geändert hat. Dieses Missverhältnis im Erleben der Umwelt soll mit “Pony on Tour” aufgebrochen werden – die Resonanz ist groß und positiv, wie Dörthe Kühl und Ulrike Dose-Dibbern, die die Umsetzung tatkräftig begleitet, unisono unterstrichen.
Übrigens wird im Jahr 2019 der Jubiläumsball – der 20. Ball der Pferdefreunde – in den Holstenhallen Neumünster am Samstag, 26. Januar, stattfinden.
Ein paar Impressionen von der Veranstaltung