Konstantin von Millennium -Züchterin ist Ines Eisold aus Ahrensfelde bei Berlin.

Die Geschichte des teuersten Fohlens des Trakehner Hengstmarktes 2016 klingt wie ein Märchen: Konstantin von Millennium – für 80.000 Euro verauktioniert – ist ein Waisenfohlen, kam am 26. April zur Welt und verlor acht Wochen später seine Mutter Kalinowska. Damit begann eine Zeit der Sorge und des Wartens für die Züchterin Ines Eisold aus Ahrensfelde vor den Toren Berlins. Sie, Christoph Richters, die ganze Familie Eisold mühten sich um das Hengstfohlen – nur: Konstantin nahm keine Ersatzmilch, es fand sich keine Amme und schließlich versuchten Eisold und Richters ernährungstechnisch alles, was geht. „Der hat jeden und jede angewiehert, der war von Anfang an ein Kämpfer“, so Richters, den nach dem Rekordgebot bei der Auktion die Rührung überkam.

Und auch Ines Eisold stand sichtlich sowohl unter dem Eindruck der Auktion, also auch der Erinnerung an ihre Stute Kalinowska. Zwei Münchhausen-Stuten hat sie, eine bescherte ihr bereits ein hervorragendes Stutfohlen von Millenium, die zweite Münchhausen-Tochter gebar das Hengstfohlen Konstantin. „Nach dem Stutfohlen habe ich gedacht, dass die Anpaarung Millennium mit Münchhausen-Töchtern nicht verkehrt sein kann, also habe ich Kalinowska auch von Millenium decken lassen“, so Eisold. Der kleine Rappe suchte nach dem Verlust der Mutter überall Anschluss und fand eine große Beschützerin und Erzieherin. Olympia passt auch in den Stallungen der Holstenhallen auf ihren kostbaren Schützling auf und beäugte genau die vielen Interessenten, die sich das Hengstfohlen anschauen wollten.

Konstantin zieht nach Hessen um
Glücklicher neuer Besitzer des teuersten Hengstfohlens der Auktion ist das Hofgut Rosenau der Familie Nolte in Dreieich. Carl Cuypers, belgischer Dressurreiter und Geschäftsführer des Hofgutes Rosenau, und die Züchterfamilie stießen gemeinsam erstmal mit Sekt auf Konstantin an, um dann gleich alle Details über Mutterlinien, Aufzucht und Trakehner im allgemeinen auszutauschen. „Eigentlich wollten wir nicht so hoch gehen“, lachte Cuypers, aber Anna Nolte habe ihn ermutigt weiter zu bieten. Nolte trainiert mit Cuypers, hat internationale Erfolge im Dressurviereck und bekam im Dezember 2015 in Frankfurt beim Festhallen Reitturnier das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Insgesamt elf Fohlen wurden für 160.000 Euro beim Trakehner Hengstmarkt verkauft. Der Durchschnittspreis kletterte auf 14.545 Euro (8.045 Euro in 2015).

Übersicht der Auktionen bisher
Preisspitze der Reitpferde war mit 70.000 Euro der vier Jahre alte Trakehner Reitpferdechampion Vapiano von Kentucky-Easy Game. Der gekörte Fuchshengst aus dem Besitz von Roswitha Beckmann und Martina Timm wurde nach Niedersachsen veräußert. Der zehn Jahre alte Trakehner Wallach Puerto Rico von Donaufischer-Kostolany wechselte für 50.000 Euro den Besitzer. Zwei Reitpferde fielen aus, so dass sechs Auktionspferde für insgesamt 193.000 Euro verkauft wurden. Der Durchschnittspreis beträgt 32.166 Euro (26.781 Euro 2015).

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der Körergebnisse wurden bereits die nicht nicht gekörten Trakehner Junghengste verauktioniert, von denen 18 verkäuflich waren. Den Spitzenpreis von 30.000 Euro erzielte der braune Skyjacker von Sixtus-Cadeau aus dem Gestüt Hörstein. Neben Käufern aus Deutschland erwarben auch Investoren aus der Schweiz, Kanada, Russland, Dänemark und den USA nicht gekörte junge Trakehner Hengste. Der Erlös aus dieser Auktion beträgt 252.000 Euro, der Durchschnittspreis 14.000 Euro (13.791 in 2015).