In einem hochkarätig besetzten Zuchtkolloquium diskutierten Vertreter des Trakehner Verbandes die künftige strategische Ausrichtung des Zuchtprogramms sowie Maßnahmen zur Umsetzung.
Rund 25 geladene Funktionsträger aus den Zuchtkommissionen und der Sportkommission des Trakehner Verbandes waren Ende November 2017 der Einladung des Vorstandes gefolgt, um mittels einer Stärken-Schwächen-Analyse die Entwicklung, den Status Quo und den Ausblick für die Zucht zu erörtern. Dr. Norbert Camp, 1. Vorsitzender des Trakehner Verbandes, formulierte als Zielvorgabe die „Sicherstellung einer langfristigen Zukunftsperspektive für das Trakehner Pferd.“ Als Prämissen definierte er die Unabhängigkeit und Eigenverantwortung des Verbandes, die Wahrung der Einzigartigkeit wie auch die Positionierung der Trakehner als relevante Reitpferdezucht.
Erarbeitet wurde ein Maßnahmenpaket für die künftige Ausrichtung der Trakehner Zucht: Die Reinzucht soll auch in Zukunft das Markenimage des Trakehners als Alleinstellungsmerkmal prägen. Die Orientierung am Spitzensport mit Konzentration auf die Trakehner Paradedisziplinen Dressur und Vielseitigkeit wird dabei im Fokus stehen. In zwei disziplinspezifischen Ausbildungsfonds werden hochtalentierte junge Sportpferde gezielt für den Spitzensport in Dressur und Vielseitigkeit gefördert.
Verabschiedet wurde ferner eine Dynamisierung des Zuchtprogramms: Das bereits etablierte Zuchtprogramm „Gezielte Paarung (GP)“ wird weiterentwickelt, ein Eliteprogramm wird neu ins Leben gerufen und genetisch wertvolle, alternative Genressourcen von sportlichen Leistungsträgern werden den Züchtern verfügbar gemacht. Moderne Reproduktionsmethoden wie Embryotransfer und der Einsatz von TG mit einem zentralen Vorrat, einem Leitfaden für die Züchter und TG-Pauschalen werden gefördert. Last but not least: Der Züchter steht im Mittelpunkt. Mit optimierter Beratung, Service und Züchterschulung will der Trakehner Verband der Passion seiner Züchter Rechnung tragen und sie für die Zukunft an den Trakehner Verband binden.
„Das Kolloquium Zucht hat einstimmig eine gemeinsame strategische Ausrichtung der Trakehner Zucht sowie praktische Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt. Details können und sollen weiter diskutiert werden,“ resümierte Dr. Norbert Camp. „Jetzt gilt es, die Ideen in die Zuchtbezirke zu tragen, dort einen gemeinsamen Spirit für die Zukunft zu entwickeln und einen Ruck durch die Züchterschaft zu initiieren. Wir sind klein, aber wir wollen die Vorteile des Kleinseins ausspielen: wir wollen innovativ, reaktionsschnell und nah am Züchter sein.“
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2013: Hans Werner Paul (Foto: Jessica Bunjes)

Dr. Norbert Camp (60) aus Wachtberg (NRW) ist der neue Vorsitzende des Trakehner-Verbandes. Er tritt die Nachfolge von Petra Wilm aus Tasdorf an, die ebenso wie ihre Stellvertreter Hans-Werner Paul (s. Foto links) und Jürgen Hanke aus dem Amt schied. Die Delegierten hatten sich bereits vor zwei Jahren darauf verständigt, die Amtszeit für Vorstandspositionen auf maximal zwei Wahlperioden zu begrenzen.
Das Votum für Dr. Norbert Camp – einziger Kandidat für das Amt – fiel eindeutig aus: 63 von 64 möglichen Stimmen fielen auf der Delegiertenversammlung im bayrischen Bad Wiessee auf den Agrarwissenschaftler und Trakehner-Züchter aus dem Rheinland. Camp erklärte, er sehe die Aufgabe im Trakehner-Verband darin, die Entwicklung der vergangenen Jahre weiter fortzusetzen. Dabei gehe es darum, die Unabhängigkeit des Verbandes zu erhalten und die Marke Trakehner Pferd weiter zu stärken.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten Dr. Hans-Peter Karp aus Ochtrup, zur zweiten Stellvertreterin die rheinland-pfälzische Unternehmerin Marion Drache aus Windhagen. Neu besetzt wurden auch die Beisitzerpositionen, die Josef Kirchbeck aus Dülmen und Hans-Wilhelm Bunte aus Hoffeld im Vorstand bekleiden werden.
Der scheidende Vorstand mit Petra Wilm (Tasdorf), Hans-Werner Paul (Rethwisch) und Jürgen Hanke (Hameln) wurde mit großem Applaus verabschiedet. Petra Wilm war übrigens bei ihrer Wahl zur Vorsitzenden vor zwölf Jahren die erste Frau, die jemals an die Spitze eines Pferdezuchtverbandes gewählt wurde.
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