Soziale Kontakte
Das Pferd ist ein Herdentier, daher
• so viel Sozialkontakt wie möglich
• Einzelhaltung ohne Artgenossen ist tierschutzwidrig
• Sicht-, Hör- und Geruchskontakt
• Fohlen und Jungpferde müssen in Gruppen gehalten werden
Bewegung
• In freier Wildbahn bis zu 16 Stunden
• Bedarf an täglich mehrstündiger Bewegung
• Neben der Arbeit auch freie Bewegung. So oft wie möglich Weidegang und/oder Auslauf für alle Pferde
Ruheverhalten
• Geeigneter Ruheplatz (trockener, verformbarer Untergrund; ausreichend groß, damit alle Pferde gleichzeitig in Seitenlage liegen können; muss dem Sicherheits- und Komfortbedürfnis genügen)
Stallboden
• trittsicher und rutschfest
Weide und Auslauf
• Witterungsschutz muss auf jeden Fall vorhanden sein, wenn Pferde ganzjährig oder über einen längeren Zeitraum ganztägig auf der Weide gehalten werden; muss alle Tiere gleichzeitig vor ungünstigen Witterungseinflüssen schützen.
• Einzäunung :stabil, ausbruchsicher, gut sichtbar, Respekt einflößend – nicht tierschutzgerecht: Stacheldraht, Knotengitter, Metalldrähte
Boden
• morastfrei, hygienisch
Futter- und Wasserversorgung
• Raufutter mindestens 12 Stunden am Tag, Fresspausen möglichst nicht länger als 4 Stunden, saubere Behältnisse, Schutz vor Verderb und Verschmutzung
• bodennahe Fütterung
• genügend Zeit und Ruhe zum Fressen
• ein Fressplatz für jedes Pferd
• Futter muss hinsichtlich Nährstoff- und Energiegehalt sowie Menge dem Erhaltungs- und Leistungsbedarf des Einzeltieres entsprechen
• Wasser zur ständigen Verfügung, ansonsten mindestens dreimal täglich bis zur Sättigung aus sauberen Tränkevorrichtungen
• tägliche Kontrolle von Selbsttränken auf Funktionsfähigkeit
Stallklima
• Stalltemperatur soll Außentemperatur folgen
• ausreichende Frischluftversorgung
• angemessene Luftzirkulation (mind. 0,2 m/s)
• Staub- und Keimgehalt sowie Schadgaskonzentration im unbedenklichen Bereich,
relative Luftfeuchte optimal 60 – 80 %
Betreuung und Management
• Pferdehalter müssen über notwendige Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung verfügen z. B. durch Fachliteratur und durch Teilnahme an geeigneten Lehrgängen
• mindestens einmal täglich Überprüfung des Wohlbefindens der Pferde
Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten
• Bei Verletzungen und Krankheiten unverzüglich Tierarzt hinzuziehen
• Umgebung des Pferdes täglich kontrollieren
• regelmäßige Wurmkuren und Impfungen
• ausreichende Versorgung mit Energie, Vitaminen und Mineralstoffen
Aufstallungsarten/Haltungssysteme
Gruppenhaltung:
• Grundsätzlich sind alle Pferde, unabhängig von Alter, Rasse, Geschlecht und Nutzungsart für die Gruppenhaltung geeignet. Vorzugsweise sollten Pferde in Gruppen gehalten werden. Dies erfordert eine hohe Qualifikation der für die Pferdehaltung verantwortlichen Person (Kenntnisse und Beurteilungsvermögen des Verhaltens von Pferden), ein fachgerechtes Management sowie eine ordnungsgemäße Gestaltung des Haltungsverfahrens.
Folgende Voraussetzungen müssen bei Gruppenhaltung erfüllt werden
• Schrittweise Eingliederung neuer Pferde oder von Untergruppen.
• Möglichkeit der Separierung einzelner Tiere in eine bestehende Gruppe
• Aufmerksame Beobachtung von Rangveränderungen in der Gruppe sowie des Befindens der Tiere, um ggf. rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
• Herausnahme von auf Dauer nicht integrierbaren Pferden aus der Gruppe
• Einhaltung der Richt- und Funktionsmaße
• Keine Sackgassen und spitze Winkel im gesamten Aufenthaltsbereich der Pferde.
Einzelhaltung
• mindestens Sicht-, Hör- und Geruchskontakt zu Artgenossen
• Anforderungen an Bauausführung und Mindestmaße finden Sie in den Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten
Literatur
Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten vom 09. Juni 2009 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) – www.bmelv.de
Weitere Informationen und Lehrgangsangebote finden Sie auch auf der Homepage des Lehr- und Versuchsguts der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein www.lwksh.de unter „Tier“ ® „Pferde“
Stadt Neumünster
Allgemeine Ordnungsangelegenheiten
Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
Amtstierärztin Dr. Kohnen-Gaupp
Telefon: 0 43 21 – 942 2559
Altes Rathaus
Großflecken 63
24534 Neumünster